GALERIE SCHRÖDER KULTURCLUB  
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quelle: augsburg journal mai 2012 -story der woche-

Das Märlein von einem der auszog, den Verstand zu verlegen


Es war einmal ein junger, schöner mann, mit dem lebensmotto zitat: „meine welt ist alles, was schön ist".

Deshalb zückte er auch immer gleich seinen taschenspiegel und kontrollierte den sitz seiner krawatte, wo er doch früher immer eine blechfliege bevorzugte. Er trägt sein haar kurz, hat ein glattes gesicht und auf seiner nase trohnt neuerdings eine modische brille.

Immer wenn ihm seine arbeit zeit läßt schwingt er, der motorradfreak, sich auf sein motorrad und düst gen italien in die toscana, seine sogenannte zweite heimat, denn er liebt die renaissance, florenz, siena und verona, wobei verona nicht zur toscana zählt, aber das ist ja auch egal, man kann sich ja einmal irren.

Nebenbei bewundert er noch salvador dali in den museen, der für ihn nach seinen worten immer ein großes rätsel bleiben wird.

Und da ist er dann mal richtig mensch mit einer schachtel pall mall, einem espresso, penne arrabiata und wein.

Wo er doch so ein prachtvoller weinkenner ist, wie er behauptet, denn in seinem 1,60 m hohen klimaschrank in seiner heimischen cucina beherbergt er 50 erlesene sorten von weltweit erstklassichen weinanbaugebieten.

Dabei kann es schon einmal passieren, dass er mit seinem freund und gönner und zeitweiligen Untermieter zu später stunde bei einem glas wein über die politischen ereignisse des tages diskutiert und dann höchst persönlich seinen löffel schwingt. Er macht sich auch gern mal seine hände schmutzig und vergnügt sich mit dem staubsauger. Heile welt.

Aber dann schweift er ab und begibt sich auch gerne ins reich der romantik: „ich glaub noch immer an die große liebe, nur sie soll einzigartig, intelligent und selbstbewußt sein,(man gönnt sich ja sonst nichts!) braucht aber keine prinzessin zu sein, die neue frau in seinem leben". megalomanie, zumindest in herzensangelegenheiten, kann man dem „leisen, empfindsamen und hilfsbereiten" wiedergänger von georges-eugène baron haussmann und dennoch „leidenschaftlichen visionär" wahrlich nicht vorwerfen.

Dabei ist er noch verheiratet, „mein gott 35 gemeinsame jahre", aber schon seit jahren getrennt, teilt sich mit frau hella zwei russische hunde und zwei große kinder. Man hilft sich aber trotzdem gegenseitig aus, wenn einmal ein haushaltgerät defekt ist.

Dass die welt aber nicht immer so heil ist, bekommt er immer öfters zu spüren. Er verschanzt sich dann hinter diesen seinem freund und gönner, mit dem er, wie schon erwähnt, zur späten stunde ein glas wein trinkt, denn es lasteten auf ihn als berufsmäßiger Stadtrat die aufgaben des baureferenten (lieber ist ihm aber der titel stadtbaurat) für gegenwärtig 10 großbaustellen und vermutlich viele noch kommende und so bekam er dafür aber die turbulenzen von allen seiten schon stark zu spüren.

Da kann es dann schon vorkommen, dass der junge, schöne mann in selbstüberschätzung an die adresse der zweifler der umbaumaßnahmen trotzig sagt: „er habe vertrauen in die gutachter. Wenn sie dann in zwei jahren sagen, es funktioniert nicht, dann haben sie auch einen verantwortlichen. Nämlich mich." ( az 07.05.2010). (2014 ist rathauswahl, bis dahin muß alles weitgehend fertig sein). oder dass ein riss im gleisbereich der linie 6 für ihn eine „gewisse faszination" ausübe, wie er „schmunzelnd" betont. (az 16.06.2010)

Denn fürwahr: eine seiner „größten stärken ist seine zielstrebigkeit", wie er selbst betont und der mittlerweile völlig dahingeschmolzenen journalistin in den block diktiert. Mit seinem großen amtsvorgäner elias holl wolle er sich ja nicht vergleichen, aber „ich will nur, dass die nach-folgenden generationen in 20,30 jahren sagen, er habe den umbau zu einer modernen stadtqualität gut gemacht".

Da liegt es nur nahe, dass er sich zur ästhetisch- harmonischen abrundung der homestory neben dem obelisken zur erinnerung an elias holl ablichten lässt.


Deshalb, liebe leser, merklet auf:

Schon die schöne primadonna floria tosca sang noch im 2. Akt ihrer gleichnamigen oper " nur der schönheit weiht' ich mein leben" und springt doch am ende des 3. akts von der engelsburg zu rom(Italien!!) in die tiefe.

Lasset uns hoffen,, geliebte geiseln eines amoklaufenden ästheten, dass dem guten alten perlachturm dieses schicksal erspart bleibt, wenn das "vertrauen" des mannes, „der augsburg buchstäblich auf den kopf stellt" an die macht der gutachten sich als süßer wahn entpuppt."


gottfried e. schröder Architekt

dr. e. riegele ob.stud.rat

augsburg,den 06.05.2012